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AIDS und andere sexuell übertragbare Krankheiten

Die Erreger vieler sexuell übertragbarer Krankheiten sind im Allgemeinen in tropischen Ländern stärker verbreitet als bei uns. Dies ist bei allen Kontakten mit Gelegenheitspartnerinnen und - Partnern zu bedenken.

1. AIDS

AIDS ist die Folge einer Infektion durch das HIV-Virus, welche unter Umständen erst einige Jahre nach der Ansteckung zu einer schweren Beeinträchtigung der körpereigenen Infektabwehr mit lebensgefährlichen Konsequenzen führt. Ein Angesteckter kann - ohne seine Lage zu erkennen - weitere Personen infizieren. Für den Tropenreisenden stellen Sexualkontakte mit Gelegenheitspartnern beiderlei Geschlechts die weitaus grösste Gefährdung dar.

Es gibt heute Medikamente, welche den Krankheitsverlauf verzögern können, aber noch kein Mittel, um die HIV-Infektion sicher zu heilen. Da die Kombination von neueren Medikamenten bei frühzeitiger Anwendung - bevor Krankheitssymptome auftreten - die Weiterentwicklung der Infektion mit guten Erfolgsaussichten stoppen kann, ist nach allfälligen Risikosituationen die Durchführung von HIV-Tests sinnvoll. Lassen Sie sich diesbezüglich von Ihrem Arzt beraten!

Vorbeugende Massnahmen: Die immer noch wirkungsvollste Schutzmassnahme besteht - abgesehen von sexueller Abstinenz gegenüber allfälligen Virusträgern - in der konsequenten Verwendung von Präservativen (Kondomen) für jeglichen Geschlechtsverkehr.

2. Gonorrhoe (Tripper)

Eine Infektion mit den verursachenden Bakterien (Gonokokken) führt beim Mann nach 2-7 Tagen meist zu einem Ausfluss aus der Harnröhre und zu Brennen beim Wasserlösen. Bei der Frau sind solche Symptome oft diskret oder fehlen und können leicht übersehen werden.

Je nach Sexualpraktiken kann sich die Infektion (-wie auch alle nachfolgend erwähnten Geschlechtskrankheiten-) auch an anderen Stellen lokalisieren.

Gonokokken sind heute in vielen Gegenden der Welt gegen Penicillin unempfindlich (resistent); andere Antibiotika können aber die Infektion - bei korrekter Anwendung - heilen.

Eine ärztliche Behandlung und Nachkontrolle ist dringend zu empfehlen. Von Selbstbehandlungen (-Antibiotika sind in vielen Entwicklungsländern rezeptfrei erhältlich-) wird entschieden abgeraten!
Ebenso sind vorbeugende Antibiotika-Einnahmen abzulehnen. Die Verwendung von Präservativen stellt - wie bei allen sexuell übertragbaren Krankheiten - eine gute prophylaktische Massnahme dar

3. NGU (Nicht-Gonokokken-Urethritis)

Sexuell übertragene Harnröhrenentzündungen mit anderen Erregern als Gonokokken führen grundsätzlich zu den gleichen Beschwerden, die aber oft milder sind.

Nicht selten bestehen Doppelinfekte mit Gonokokken. Da die Behandlung einer NGU z.T. andere Antibiotika verlangt, können neuerliche Beschwerden im Anschluss an eine behandelte Gonorrhoe einen Hinweis auf eine solche Infektion darstellen.

4. Syphilis (Lues)

10 - 90 Tage nach der Ansteckung manifestiert sich die Infektion als vorübergehendes schmerzhaftes Geschwür an der Infektionsstelle, welches auch ohne Behandlung in 3-6 Wochen wieder zu verschwinden pflegt. Dieser sogenannte Primäraffekt kann u.U. übersehen werden. Unbehandelt kann die Infektion sodann in verschiedenen Phasen über Jahre verlaufen. Zeitweise ist sie nur durch spezielle Blutuntersuchungen feststellbar, zeitweise verursacht sie verschiedenartige Hautausschläge. Ausser in sehr späten Stadien kann die Erkrankung mit Penicillin zuverlässig geheilt werden.

Mittels Laboruntersuchungen von Blut kann eine Infektion frühestens 4 Wochen nach der Ansteckung festgestellt werden. Besteht ein Verdacht auf Ansteckung, sollen solche Tests nach frühestens einem Monat durchgeführt (oder wiederholt) werden.

Vorbeugende Schutzmassnahmen: wie 1. und 2.

5. Weicher Schanker (Ulcus molle)

3-7 Tage nach der Ansteckung kommt es an der Infektionsstelle zur Bildung flacher, schmerzhafter Geschwüre, gefolgt von schmerzhaften Drüsenschwellungen. Diese bakterielle Infektion kann mit Antibiotika geheilt werden.

6. Lymphogranuloma venereum

Diese Infektion manifestiert sich 5-21 Tagen nach Ansteckung erstmals. Die Infektzeichen können unterschiedlich sein: kleine Geschwüre, Bläschen, Knötchen oder Harnröhrenentzündungen. Etwas später treten Lymphknotenschwellungen auf. Antibiotika während mindestens 2 Wochen stellen eine wirksame Behandlung dar.

7. Granuloma inguinale (Donovanose)

Ähnliche Infektzeichen wie bei 6), aber oft erst nach längerer Zeit erkennbar, schmerzlos und ohne Lymphdrüsenschwellungen. Behandlung mit Antibiotika.

8. Herpes

Eine in der Regel ungefährliche, aber sehr lästige Virusinfektion, die zur Bildung schmerzhafter kleiner Bläschen führt, welche periodisch wiederkehrend aufzutreten pflegen und durch keine Behandlung zuverlässig definitiv geheilt werden kann.
Einige Medikamente können den Verlauf von Rückfällen möglicherweise abkürzen, aber nicht verhindern.

9. Trichomonaden

Trichomonaden sind einzellige, mikroskopisch kleine Parasiten, welche bei der Frau zu einem Ausfluss führen (ähnlich wie Pilze und verschiedene Bakterien). Beim Mann rufen sie eine meistens milde Harnröhrenentzündung hervor. Die harmlose Infektion ist leicht heilbar. Wie bei anderen sexuell übertragenen Krankheiten sollte gleichzeitig eine Behandlung des Partners, bzw. der Partnerin erfolgen.

Abschliessend sei noch einmal auf die beängstigende Häufigkeit von AIDS-Virusträgerinnen und -Trägern in praktisch allen tropischen Ländern hingewiesen. Eine falsche Hemmung, sich rechtzeitig Kondome zu beschaffen, könnte fatale Folgen haben !
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