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Amöben und Lamblien

Was sind Amoeben und Lamblien?

Amöben und Lamblien (- letztere auch als Geisseltierchen oder unter dem Namen Giardia bekannt -) sind von blossem Auge nicht erkennbare, mikroskopisch kleine einzellige Parasiten, welche sich im Darm des Menschen ansiedeln können. Es gibt eine grosse Zahl von verschiedenen Amöbenarten, die sich unter dem Mikroskop z.T. sehr ähnlich sehen. Aber nur eine einzige Art - Entamoeba histolytica - ist überhaupt in der Lage, Beschwerden und eine Erkrankung zu verursachen.
Die Infektion erfolgt vorallem durch Genuss von verunreinigtem Trinkwasser oder verschmutztem Rohgemüse (Verunreinigung durch Exkremente).

Welche Folgen hat eine Infektion mit Amöben (E.histolytica) oder Lamblien?

Eine Ansteckung (Infektion) ist durchaus nicht gleichbedeutend mit einer Erkrankung; sehr oft führt die Aufnahme von Parasitencysten lediglich dazu, dass die Parasiten während einiger Zeit im Darm des Menschen vegetieren, ohne ihm die geringsten Beschwerden zu verursachen - um nach wenigen Wochen sang- und klanglos wieder auszusterben!
In anderen Fällen können die gleichen Parasiten Ursache von mehr oder minder heftigen Durchfällen sein oder von Blähungen, Uebelkeit und Missbehagen im Verdauungssystem.
Die gleichen Beschwerden können aber auch andere Ursachen haben, z.B. bakterielle Darminfekte oder Funktionsstörungen des Darmes ohne infektiöse Grundlage. Deshalb kann nur der mikroskopische Nachweis der genannten Parasiten im Stuhl eine Infektion mit diesen beweisen.

Obwohl eine Infektion mit E.histolytica zu 90% durchaus harmlos ist, kann sie in seltenen Fällen auch zu Komplikationen führen. Wenn Amöben über kleine Geschwüre in der Darmschleimhaut in die Blutzirkulation gelangen und damit vorallem in die Leber transportiert werden, können sie dort Gewebseinschmelzungen (Abszesse) bewirken. Solche Leberabszesse verursachen hauptsächlich Fieber und Leberschmerzen. Der erfahrene Arzt findet wichtige Verdachtszeichen bei der körperlichen Untersuchung, und die Diagnose kann durch Bluttests und Ultraschalluntersuchungen gesichert (oder ausgeschlossen) werden.

Stimmt es, dass zur Heilung einer Amöbiose oder Giardiose oft lange Kuren mit vielen Nebenwirkungen nötig sind?

Nein! Die neueren Medikamente werden in der Regel sehr gut vertragen, und eine ambulante Behandlung während 1-2 Wochen reicht fast immer aus, um die Parasiten endgültig zu beseitigen.
Nur selten kommt es vor, dass zwei oder mehr Behandlungskuren nötig werden.

...aber ich kenne Leute, die während Jahren wegen Amöben behandelt wurden und doch immer wieder Beschwerden davon hatten!

Nur sehr selten kann eine Amöbeninfektion nicht prompt geheilt werden. Nicht so selten hingegen können wechselnde, meist leichtere Verdauungsbeschwerden nach verschiedenen Darminfekten während längerer Zeit anhalten. Meist ist dies kein Hinweis auf eine noch aktive Infektion, und die Behandlung kann sich auf diätetische Verhaltensregeln, nötigenfalls auch auf eine vorübergehende Therapie der Beschwerden beschränken. Bei anhaltenden Symptomen wird der Arzt auch an mögliche andere Ursachen denken und diese abklären.

Wie kann man sich gegen eine Infektion schützen?

Es gelten die grundsätzlich gleichen Empfehlungen wie zur Verhütung von Reisedurchfällen (Informationsblatt Nr.2): Vermeiden von zweifelhaftem Trinkwasser, ungenügend gewaschenem Rohgemüse, ungeschälten Früchten u.ä. - Eine medikamentöse Prophylaxe kann nicht empfohlen werden.
Eine Impfung existiert nicht, und eine einmal durchgemachte Infektion hinterlässt keine Immunität gegen spätere Neuinfektionen.

Soll man sich nach jedem Tropenaufenthalt auf Amöben untersuchen lassen?

Nach kürzeren Aufenthalten (einige Wochen bis mehrere Monate) ist bei Beschwerdefreiheit keine Untersuchung nötig, falls man nicht unterwegs eine ernsthafte Erkrankung durchgemacht hat oder einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt war. Nach Langzeitaufenthalten in den Tropen kann eine Allgemeinuntersuchung sinnvoll sein, bei welcher auch auf Hinweise für eine Amöbeninfektion geachtet wird.

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