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Impfungen

Impfungen vor Tropenreisen sind aus verschiedenen Gründen von Bedeutung: Eine Anzahl von Infektionen sind in den Tropen besonders verbreitet und stellen für den ungeschützten Reisenden ein hohes Risiko dar. Einzelne Impfungen können von Behörden generell oder in bestimmten Situationen als obligatorisch erklärt werden.

Ob eine bestimmte Impfung angezeigt ist, hängt vor allem von folgenden Punkten ab:

  • Wie gross ist das Infektionsrisiko während des geplanten Aufenthaltes?
  • Wie gut ist eine allenfalls schon bestehende Immunität des Reisenden? (Frühere Impfungen? Früher durchgemachte Infektionen?)
  • Welches sind die gesetzlichen Einreisebestimmungen der Zielländer?
  • Besteht eine individuelle besondere Gefährdung im Falle einer Erkrankung, z.B. wegen vorbestehenden Krankheiten?

Impfungen stellen bei uns einen Teil jeder individuellen Reiseberatung dar.

Mehrere Impfungen können bedenkenlos zum gleichen Zeitpunkt verabreicht werden. Im Allgemeinen ist es sinnvoll, Impfungen einen Monat vor der geplanten Reise anzusetzen; dadurch können nötigenfalls Zweitimpfungen noch vor Abreise durchgeführt werden.

Vor einer längeren Niederlassung in den Tropen empfiehlt es sich, eine erste Beratung zur Planung der Impfungen 2-3 Monate vor der Ausreise zu vereinbaren.

Krankenkassen sind für die Kosten von Impfungen und Prophylaxe-Beratungen nur beschränkt leistungspflichtig; Zusatzversicherungen erstatten z.T. eine Rückvergütung.

1. Gelbfieber (GF)

(nicht zu verwechseln mit der infektiösen Gelbsucht = Hepatitis)
GF ist eine durch Stechmücken übertragene Virusinfektion. Es gibt keine medikamentöse Behandlung der manifesten Erkrankung, welche eine sehr hohe Sterblichkeit aufweist. - Eine Uebertragung ist in weiten Teilen des tropischen Afrika und in Südamerika möglich (- auch in städtischen Gebieten) - In Asien kommt das GF-Virus nicht vor!

Impfung:

Der Impfstoff besteht aus einer abgeschwächten Lebendvakzine, welche nach einmaliger Injektion einen vollständigen Schutz während mindestens 10 Jahren bietet.

Die GF-Impfung ist offiziell gültig ab dem 10.Tag nach der Verabreichung und anschliessend während 10 Jahren. - Diese Impfung darf als einzige nur von autorisierten Stellen durchgeführt und beglaubigt werden (Tropenärzte, Impfzentren ).

Die Verträglichkeit der GF-Impfung ist sehr gut; nur selten treten 2-8 Tage nach der Impfung leichte Allgemeinreaktionen auf (erhöhte Temperatur, Unwohlsein). Schwerere Nebenwirkungen sind extrem selten.

Bei Kleinkindern unter 9 Monaten sollte die Impfung nicht durchgeführt werden, bei Schwangeren nur bei hohem Infektionsrisiko. Bei Allergien auf Hühnereiweiss, Polymyxin B und Neomycin ist von einer Impfung abzusehen, ebenso bei einem wesentlich gestörten Immunsystem.

2. Cholera

Die Cholera ist in Asien, Afrika und Südamerika weit verbreitet. Das Infektionsrisiko ist für Besucher trotzdem sehr gering (- etwa 1 auf 500'000). Ferner kann eine allfällige Erkrankung an dieser fieberlosen Darminfektion mit Durchfall durch angemessenen Ersatz der verlorenen Flüssigkeit (- allenfalls ergänzt durch ein Antibiotikum -) zuverlässig behandelt werden. Eine Impfung ist für Touristen selten angezeigt. Sie erfolgt heute meistens mit einem Schluckimpfstoff (OROCHOL ).

3. Polyomyelitis (Kinderlähmung)

Das Infektionsrisiko mit diesem Virus - übertragbar durch Trinkwasser - ist in einigen Entwicklungsländern immer noch vorhanden.

Die Grundimmunisierung gegen Kinderlähmung ist generell empfohlen und wird in der Regel im Kindesalter durchgeführt. Ungeimpfte Erwachsene jeden Alters können aber durchaus ebenfalls an dieser sehr gefährlichen Infektion erkranken. Der Name "Kinderlähmung" ist diesbezüglich irreführend. (Aufzufrischen, falls die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt und wenn die Reise in ein Land führt, wo Polio noch ein Risiko darstellt, d.h. hauptsächlich in Afrika und Asien).

4. Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphterie

Die Vorbereitung auf eine Tropenreise sollte dazu benützt werden, diese auch bei uns sinnvollen Impfungen nötigenfalls auffrischen zu lassen (alle 10 Jahre). Die Kosten für diese werden durch die Krankengrundversicherung übernommen.

5. Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht)

Diese Virus-Leberentzündung wird durch verunreinigtes Trinkwasser übertragen und ist in allen tropischen Ländern sehr verbreitet (durchschnittliche Erkrankungshäufigkeit: 1 von 500 bis 700 Tropenreisenden). Die heute gebräuchlichen Aktivimpfstoffe führen zu einem langdauernden und zuverlässigen Schutz (- durch die Erstimpfung für etwa ein Jahr, nach der ersten Auffrischimpfung für mindestens 20 Jahre).

Personen, welche einmal eine Hepatitis-A durchgemacht haben brauchen keine Hepatitis-A-Impfung.

6. Hepatitis B

Auch dies ist eine virusbedingte Leberentzündung, welche durch infiziertes Blut und ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird. Risiken sind überdies Tätowierungen und Akupunkturbehandlungen mit unsterilen Instrumenten, medizinische Tätigkeiten u.a.

Impfung:

Die vollständige Grundimmunisierung umfasst 3 Impfungen. Ein zuverlässiger Schutz beginnt frühestens 2 Wochen nach der 2. Impfdosis. Eine Impfung empfiehlt sich v.a. bei längeren und häufigen Tropenaufenthalten, ferner wenn die erwähnten Infektionsrisiken bestehen. Die Hepatitis-B-Impfung gehört heute zum empfohlenen Katalog der Grundimpfungen für alle Jugendlichen in der Schweiz.

Mit einem Kombinationsimpfstoff ist eine gleichzeitige Immunisierung gegen Hepatitis-A und Hepatitis-B möglich.

7. Abdominaltyphus

Typhus-Salmonellen sind weltweit verbreitet, vorallem in Gebieten mit schlechten hygienischen Verhältnissen. Das Erkrankungsrisiko ist dennoch eher gering und die Infektion durch Antibiotikabehandlung zuverlässig heilbar.

Die Schluckimpfung VIVOTIF kann v.a. für jeden längeren Tropenaufenthalt in voraussehbar schlechten hygienischen Verhältnissen empfohlen werden. Für spezielle Situationen wird eine injzierbare Typhusimpfung verwendet. Die Einnahmevorschriften des Packungsprospektes sind sorgfältig zu beachten, um eine optimale Wirkung zu gewährleisten.

8. Tollwut

Tollwut ist in vielen Entwicklungsländern bei Hunden und anderen Tieren - vor allem auch in städtischen Gebieten - sehr verbreitet! Eine vorsorgliche Impfung mit 3 Injektionen ist besonders für alle Langzeitaufenthalter (Entwicklungshelfer, Tramper) dringend zu empfehlen. Auch nach vorheriger Impfung sind im Falle einer tollwutverdächtigen (Biss-) Verletzung Ergänzungsimpfungen nötig.

9. Meningitis (bakterielle Hirnhautentzündung)

Die bakterielle Hirnhautentzündung durch Meningokokken fordert insbesondere in verschiedenen Ländern Afrikas in Form von wiederkehrenden Epidemien viele Opfer unter der Bevölkerung. Für längere Tropenaufenthalte und in aktuellen Risikozonen ist eine einmalige Impfung empfehlenswert und nötigenfalls alle 3 Jahre zu wiederholen. Für Pilgerreisen nach Mekka ist eine Meningitisimpfung obligatorisch.

10. Tuberkulose

Diese stellt für den Touristen trotz weiter Verbreitung in den Tropen kaum eine Gefährdung dar. Eine BCG-Impfung ist vor längeren Aufenthalten für Kleinkinder zu erwägen; mindestens aber ist eine Tuberkulin-Testung vor und nach dem Aufenthalt vorzusehen.

11. Japanische B-Enzephalitis

Ist eine durch Mücken übertragene Virusinfektion des Zentralnervensystems, welche in Gebieten von Indien, Südost- und Ostasien verbreitet ist. Eine Impfung empfiehlt sich vorallem bei längeren Aufenthalten und Reisen in den ländlichen Risikogebieten (z.B. Nord-Indien, Philippinen, Indonesien, Vietnam, Sri-Lanka, Nepal u.a.).

Die Basisimpfung besteht aus 3 Injektionen, verteilt über einen Monat.

12. Grippe-Impfung

Für ältere Reisende und bei bestehenden chronischen Krankheiten kann für bestimmte Reisen (z.B. Kreuzfahrten) eine Grippeimpfung sinnvoll sein.

13. Impf-Nebenwirkungen

Alle empfohlenen Impfungen sind grundsätzlich sehr gut verträglich. Bei allen injzierten Aktivimpfungen können (- bei etwa 10% der Geimpften -) ein bis mehrere Tage nach der Impfung an der Impfstelle eine Schwellung und Schmerzen auftreten, gelegentlich begleitet von etwas Fieber. - Die Behandlung besteht in kühlenden Umschlägen und nötigenfalls Aspirin (Alcacyl) oder Paracetamol (Panadol u.a.).

Ausgeprägtere Reaktionen (höheres Fieber, generalisierter Juckreiz u.a.) sind extrem selten. Bei vermuteten stärkeren Impfreaktionen konsultieren Sie im Zweifelsfall einen Arzt oder wenden Sie sich telefonisch an die Impfstelle. Siehe auch Merkblatt Nr.12 Häufig gestellte Fragen.

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